Wie häufig kommt Bettnässen vor?
Was sind
mögliche Ursachen
für Bettnässen?
Das
Harnsystem
Bettnässen
- nicht ignorieren
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Wie wird Bettnässen definiert?

Bettnässen, auch bekannt als nächtliche Inkontinenz oder Enuresis, ist das unkontrollierbare Austreten von Urin in geringen Mengen während des Schlafes.4 Das Wort unkontrollierbar ist entscheidend, denn es bedeutet, dass das Kind nicht absichtlich handelt. Sehr viel mehr Jungen als Mädchen bleiben erst spät nachts trocken. Bettnässen wird in zwei Typen unterteilt, je nachdem ob das Kind nur nachts einnässt (das ausschliessliche Thema dieser Broschüre) oder ob auch Inkontinenz am Tage und andere Symptome auftreten.

Die meisten Kinder haben eine sogenannte Primäre Enuresis – dies bedeutet, dass sie zu keiner Zeit trocken gewesen sind. Entgegen der landläufigen Meinung ist die primäre Enuresis kein psychologisches Problem. Sekundäre Enuresis tritt bei Kindern auf, die zuvor über mindestens 6 Monate trocken waren und dann aus irgendeinem Grund wieder anfangen, einzunässen. Das kann viele unterschiedliche Ursachen haben, oft aber steht es im Zusammenhang mit grossen Veränderungen oder Emotionen im Leben des Kindes, wie zum Beispiel eine neue Schule oder ein neuer Kindergarten, die Geburt eines Geschwisterkindes, der Tod eines Verwandten oder ein Umzug. In den meisten Fällen gibt es jedoch eine zu Grunde liegende medizinische Ursache für Bettnässen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten.




Wie häufig kommt Bettnässen vor?

Sie sollten wissen, dass Sie mit diesem Problem nicht allein sind. Über Bettnässen wird unter Eltern selten offen gesprochen, dabei ist es ein häufiges Problem und Ihr Kind ist mit Sicherheit nicht das Einzige, das diese Schwierigkeiten hat.



Man schätzt, dass in Europa mehr als 5 Millionen Kinder ins Bett nässen.2







Was sind mögliche Ursachen für Bettnässen?

Bettnässen ist als „multifaktoriell“ bekannt, das heisst, es gibt mehrere verschiedene Gründe, die entweder einzeln oder zusammen dazu führen könnten, dass Ihr Kind ins Bett nässt.

Der Körper sendet noch nicht die richtigen Signale
Der Körper produziert normalerweise einen Stoff namens „Vasopressin“, der auf die Nieren einwirkt und diesen signalisiert, die Urinproduktion in der Nacht zu verlangsamen und zu konzentrieren. Wenn nicht genügend Vasopressin produziert wird, kommt dieses Signal nicht immer an und die Blase muss nun versuchen, die tagsüber üblichen höheren Urinmengen in der Nacht zu bewältigen, wenn das Kind schläft. Wenn Ihr Kind älter wird, könnte sich die Vasopressin-Menge erhöhen, womit das Problem gelöst ist.

Die Blase hat ihre Funktionsfähigkeit in der Nacht reduziert
Es besteht ein Gleichgewicht zwischen der Urinmenge, die während der Nacht produziert wird, und der Fähigkeit der Harnblase, diese zu halten. Eine Studie hat gezeigt, dass enuretische Kinder nur dann nachts einnässten, wenn die nächtliche Urinproduktion hoch war und die Blasenkapazität überstieg.6

Ihr Kind hat Schwierigkeiten beim Aufwachen
Menschen brauchen unterschiedlich hohe Impulse, um aus dem Schlaf aufzuwachen. Das wird als „Reizschwelle“ bezeichnet. Eine Studie, die Bettnässer mit Nicht-Bettnässern verglich, zeigte einen signifikanten Unterschied bei der Reizschwelle zwischen diesen Gruppen. Darüber hinaus wird angenommen, dass auch ein Mangel der oben erwähnten Substanz (Vasopressin) dazu beiträgt, dass eine volle Blase nicht zum Aufwachen führt.6, 7

Es ist eine Familienangelegenheit
Fragen Sie Ihre Eltern, ob Sie etwas später als andere Kinder nachts trocken wurden. Falls Sie oder Ihr Partner über das Alter von 5 Jahren hinaus ins Bett genässt haben, ist es normal, dass Ihr Kind das auch tut.






Das Harnsystem



Den ganzen Tag über wird die Blase immer wieder allmählich mit Urin aus den Nieren aufgefüllt. Die Blase ist wie ein dehnbarer Beutel, der sich ausweitet und das Flüssigkeitsvolumen aufnimmt. Wenn sie ihre maximale Kapazität erreicht hat, beginnt sie sich zusammenzuziehen und eine Nachricht an das Gehirn zu senden, dass sie geleert werden muss. Die Blase zieht sich beim Entleeren zusammen und drückt den Urin heraus.

Kinder beginnen etwa im Alter von 2-3 Jahren, bewusst wahrzunehmen, wann sie ihre Blase entleeren müssen; und sie lernen allmählich, den Drang zu kontrollieren, bis sie auf eine Toilette gehen können. Die meisten Kinder können ihre Blase während des Tages im Alter von ca. 3-4 Jahren gut kontrollieren. Mädchen sind normalerweise den Jungen ein wenig voraus. In dieser Phase ist es für 4-Jährige völlig normal, nachts ins Bett zu nässen, und auch für einige Jahre danach passiert es noch gelegentlich.






Bettnässen – nicht ignorieren!

Obwohl allgemein angenommen wird, dass Kinder aus dem Bettnässen herauswachsen, ist dies keineswegs immer der Fall – je häufiger das Bettnässen, umso wahrscheinlicher wird es sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Insgesamt kommt es bei 2 % der Erwachsenen vor.11 Zögern Sie nicht, sich beraten zu lassen – je mehr Sie schliesslich wissen, desto besser sind Sie darauf vorbereitet, mit der Situation umzugehen.

Sie haben womöglich das Gefühl, dass Sie alles versucht haben und sind vielleicht enttäuscht, dass Ihr Kind nicht aus dem Bettnässen herauswächst, wie Sie es gehofft hatten. Mit einem Spezialisten darüber zu sprechen wird Ihnen Sicherheit geben und könnte einen neuen Ansatz für die Situation bieten. Es gibt effektive, schnell wirkende und sichere Therapien, die Ihr Arzt vorschlagen kann, nachdem er alles mit Ihnen und Ihrem Kind besprochen hat.

Wie Sie Ihrem Kind am besten helfen können? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!